Margret Eicher - Once upon a time [ in mass media]
Geschrieben am 27.4.2009 von Polygonist
Kategorie: Künstler
Dem Kennern der deutschen, digitalen Kunstszene werden vielleicht die Arbeiten Margret Eichers ein Begriff sein. Bekannt geworden ist sie durch ihre ungewöhnliche Art und Weise digitale Bildcollagen auf historischen Wandbehang drucken zu lassen. Genauer gesagt werden die Motive dabei nicht gedruckt, sondern im Jaquard-Verfahren durch den Computer gesteuert, Stich für Stich zu großformatigen Tapisserien zusammengesetzt.
Das besondere an Eichers Arbeiten ist aber nicht nur ihr Reproduktionsverfahren, sondern auch Thema und Sujet durch das sie aktuelle Geschehnisse mit den formalen Mitteln barocker Gestaltungskunst geschickt kombiniert. Ihre verbrämten Bordüren verkommen dabei aber nie zum gestalterischen Selbstzweck, sondern dienen dem narrativen Element, in dem sie die Hauptdarsteller ihrer Tapisserien kritisch unter die Lupe nimmt und Motive so in einen scheinbar antiquierten, mythologischen Kontext rückt.
Margret Eichers Arbeiten sind jetzt wieder in der Galerie Caesar und Koba in der Hamburger Speicherstadt (Am Sandtorkai 4 /2. OG) vom 9 Mai bis 20. Juni zu sehen.
Achtung ein Nachtrag vom 22.05 aus aktuellem Anlass. In der nächsten Woche wird es einen exklusiven Bericht über Margret Eicher in Kulturzeit auf 3 Sat geben. 3Sat Autorin Gudrun Bold über Macht, Mythos und Medien im Werk von Margret Eicher.
Der Beitrag läuft zwischen Montag, dem 25.05. und Freitag, dem 29. 05. 2009 in “Kulturzeit” (3sat, 19.20 Uhr). Über den genauen Ausstrahlungstermin wird tagesaktuell entschieden. Er steht derzeit noch nicht fest und ist der Tagespresse zu entnehmen.
Und weiteres zum Magret Eicher Bericht hier im Teriell Blog. Der angekündigte Beitrag auf Kulturzeit ist nun vergangene Woche über die Flimmerkisten gelaufen und ist hier einzusehen.
Sehr aufschlußreich einmal darin der Eicher über die Schulter zu schauen, bzw. auch die Produktion der Teppiche zu beobachten. Sie bedient sich tatsächlich ganz offen in der Vorbereitung am Computer ausgesuchten Material aus der Printwelt. Wie sie das genau macht war leider nicht zu sehen, bzw wie sie dies Material dann später bearbeitet. Bei der Größe der Dateien bzw der späteren Tapisserien kann ich mir eigentlich nicht vorstellen das sie 08/15 Scans der Printmaterialien verwendet. Das Quellfotomaterial in den jeweiligen Bildagenturen, und sich dabei das Copyright zu sichern scheint mir zu aufwendig und zu teuer. Das besondere in ihrer Vorgehensweise ist wirklich die Nachbearbeitung der Collagen und das Angleichen an die Farbwerte bzw. Tonwerte des späteren Bildes. Ich denke das sie eine bestimmte ausgeklügelte Photoshop Filteraktion verwendet, vielleicht noch in mehreren Ebenen arbeitet, und somit auch später den klassischen fotorealistischen Stil der Vorlagen in einen sehr malerischen Stil umwandelt.
Das Bild welches man hier oben sieht ist eine Kombination aus einem Thomas Gainsborough Gemälde und einer weiteren Kombination einer Figur aus einem Boris Vallejo Bild (was ich eigentlich schon ziemlich dreist und offensichtlich finde) sowie ein Foto (nur das Gesicht) des Rappers Snoop Dog und des Fahrzeuges im Hintergrund.








Andi meinte am 27.4.2009 um 09:24Uhr|Typ: Comment
Ich finde die Arbeit von Eicher echt cool!Die digitale Bildcollagen sind eigentlich eine tolle Idee. Besonders gut finde die Anwesenheit von Snooppi…:)Echt cool!
Polygonist meinte am 27.4.2009 um 20:16Uhr|Typ: Comment
Achtung ein Nachtrag vom 22.05 aus aktuellem Anlass. In der nächsten Woche wird es einen exklusiven Bericht über Margret Eicher in Kulturzeit auf 3 Sat geben. 3Sat Autorin Gudrun Bold über Macht, Mythos und Medien im Werk von Margret Eicher.
Der Beitrag läuft zwischen Montag, dem 25.05. und Freitag, dem 29. 05. 2009 in “Kulturzeit” (3sat, 19.20 Uhr). Über den genauen Ausstrahlungstermin wird tagesaktuell entschieden. Er steht derzeit noch nicht fest und ist der Tagespresse zu entnehmen.
Polygonist meinte am 27.4.2009 um 09:14Uhr|Typ: Comment
Achtung. habe den 3 Sat Beitrag/Link zu Margret Eicher aus der Kulturzeit Sendung im Bericht gepostet sowie den Text noch ergänzt.