Aktion Eichhörnchen reloaded
Geschrieben am 22.2.2009 von Teriell
Kategorie: Gemischtware
Laut taz rät die Regierung zu Hamsterkäufen. Für zwei Wochen solle man Vorräte im Haus haben - denn was machen, wenn eines Tages die Geschäfte geschlossen bleiben? Diese Fragen stellt sich auch krisenvorsorge.com und rät mitunter:
“Auf Nummer sicher gehen Sie mit folgendem Vorrat (pro Person für ein Jahr): 170 kg Weizen oder anderes Getreide im ganzen Korn, 45 kg Zucker oder Honig (Zucker hält jahrzehntelang, Honig ist unbegrenzt lagerfähig), 45kg Magermilchpulver (Haltbarkeit wird meist mit 2 Jahren angegeben, in Wirklichkeit kann man es weitaus länger lagern), 6 kg Salz (trocken unbegrenzt haltbar).” [...] “Wenn Sie keinen Bauernhof besitzen oder keinen pachten können, sollten Sie sich mit einigen Bauern anfreunden und somit stabile Kontakte zu Lebensmittelerzeugern aufbauen.” … “Pachten Sie einen Schrebergarten” […] “Kaufen Sie sich einen Brotbackautomaten.”
[sagt krisenvorsorge, gefunden bei taz]
In den 60ern galt “Aktion Eichhörnchen: Denke dran, schaffe Vorrat ran“. Inzwischen geht das Panikgespenst wieder um. Große Panik also einerseits, Konsumaufruf andererseits und vergessen wurde unterm Strich irgendwie: wir leben gar nicht mehr in den 50ern oder frühen 60ern. Wer hat denn heute noch den entsprechenden Keller für die Fässer, Säcke und Kisten voller Lebensmittel? Wer hat Zeit für Schrebergärtnerei? Und wie viele Bauern kennt der Durchschnittsdeutsche eigentlich? (Achso, jetzt versteh ich aber übrigens, warum so Formate wie “Bauer sucht Frau” in Mode sind).
Sicher, auch Subsistenzwirtschaft ist ja bestimmt nicht verkehrt, aber ich kenne wenige, die das heute noch umsetzen und mit ihrem Leben vereinbaren könnten (kleiner Hinweis: es leben nämlich heute mehr Menschen in der Stadt als vor 50 Jahren). Und apropos Hamstern - wie stet es um die Grundversorgung in Bezug auf die Anforderungen der Gegenwart (also wenn wir mal nicht so tun würden, als lebten wir noch in den 50ern)? Müssten wir dann auch 3 Kilo Handy-Akku, 10 Kilo Laptop-Akku, einen Stromgenerator etc. bunkern, um mal potentiell 14 energielose Tage über die Runden zu kommen? Denn heute bedeutet der Ausfall der Kommunikationsinfrastruktur für viele ja auch Verdienstausfall, Verdienst wäre aber nunmal eine nicht triviale Grundlage, um sich einen Schrebergarten mieten zu können - und bares Geld haben auch längst nicht mehr alle “gehamstert”. Naja, es scheint kompliziert zu sein. Ich werd mal beim Immobilienscout vorbeischauen, ob nicht noch ein paar billige Kellerräume zu vermieten sind







Krisenvorsorge meinte am 22.2.2009 um 17:48Uhr|Typ: Trackback
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