Oliver Breitenstein nennt es Arbeit

Geschrieben am 30.1.2009 von Teriell  
Kategorie: Kunst und Medien

Oliver Breitenstein stellt sich und uns Fragen zur Zeit, zur Information und letztlich künstlerischen Identität. Mit dem Projekt “Ich nenne es Arbeit” geht Oliver Breitenstein explorativ auf die Suche nach Antworten - er, der sonst auch Kunst für Sie / für uns stellvertretend beschaut, nimmt sich nun (ebenso in Stellvertretung) heraus, sich Zeit für die Lektüre von Zeitungen und Magazinen zu nehmen. Ist die Notwendigkeit zur informatorischen Selektion, der Zwang informiert zu sein, der stete Vergleich medialer Angebote Arbeit? Und …

… was bleibt unserem held, hier genannt künstler, noch zu tun im zeitalter der allgegenwertigen kätzchenmaler und der vermeidlich weltrettenden linken zeigefingerkunst? in einer welt, die voller künstler steckt, in der jeder künstler ist, ob kochkünstler oder haarkünstler, in der nagelgalerien und tapetengalerien aus dem boden schießen? in einer welt, in der es es nur noch um das herstellen von waren für den markt zu gehen scheint, in der alles zur ware geworden ist? in einer welt , in der zeit zu einem gut degradiert wird, dass zweckoptimiert und durchratinonalisert werden muss.  kann unser held da noch mit einer ädquaten strategie aufwarten um sich dem zu entziehen und verweigern? was wird er tun? er wird das tun, wovon wir alle träumen, aber es  nie vollbringen.  wird er uns das schlechte gewissen nehmen, dass uns regelmäßig beim anblick der nicht gelesenden zeit, faz und süddeutschen regelmäßig befällt, denn er wird die zeitungen gründlich lesen, die zeit quasi damit vertrödeln und dabei tee trinken. ist das kunst? macht ihn dies zum künstler?

[ Oliver Breitenstein]

Aus meiner Sicht, greift Breitenstein gewohnt differenziert dringliche Fragen dieser Zeit auf und stellt sie in den Kontext der künstlerischen Identität. Folgeerscheinungen könnten sein: Ist die Zeit der Produktion ästhetischer Artefakte vorbei? Spannende Fragen und sicherlich empfehlenswert.

Ich nenne es Arbeit - Oliver Breitenstein fragt nach

Infos zum Projekt: büro-für-kunstvermittlung.de

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